Alle Beiträge von Henning

Alle reden vom Wetter,…

wir nicht, war ein Reklamespruch der Deutschen Bahn (damals noch Deutsche Bundesbahn genannt), als ich ein kleiner Junge war. Züge fuhren immer, sollte es auch stürmen und schneien.
Damals fuhren noch Dampflokomotiven und Dieselloks. Einen umgestürzten Baum hätte eine Dampflokomotive einfach beiseiteschieben können. Aber es fielen gar keine Bäume auf die Schienen. Nicht, dass es nicht gestürmt hat. Aber wegen der Feuergefahr durch die Dampflokomotiven wurde an beiden Seiten die Vegetation zurückgeschnitten. Bäume direkt neben dem Zug gab es nicht, hat man mir erzählt.
Heute fahren die Züge durch Alleen. Bäume fällen ist heute praktisch kaum noch möglich wegen des Klimawandels. Wenn also bei uns für 10 Tage kein Zug fährt ist, dass eine Auswirkung des Klimawandels, verursacht unter anderem durch die Dampflokomotiven, die Kohle verfeuert haben. Deshalb bin ich heute mit dem Auto zu meiner Mutter ins Pflegeheim gefahren, wegen des Klimawandels.

Trotzdem oder weil?

Gestern sah ich in der Zeitung eine Todesanzeige für den Klimaschutz vom Bündnis Bürgerenergie.
Es werden die Vorteile der Energiewende erwähnt und hier stehen an erster Stelle die 330’000 Arbeitsplätze, die durch die Energiewende geschaffen wurden.
Wenn ich eine Firma habe und mehr Leute einstellen will, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich kann mehr produzieren und hoffentlich auch mehr verkaufen. Natürlich kann man mit mehr Leuten auch die gleiche Menge produzieren, indem man einfach die Produktivität senkt. Man verkauft den Bagger und kauft viele Schaufeln. Man könnte auch grosse Windturbinen verbieten und nur kleine erlauben. Denn das schafft noch mehr Arbeitsplätze.
Durch die Energiewende wird nicht mehr Strom produziert als vorher. Aber es sind 330’000 Arbeitskräfte mehr nötig. Es muss also mehr Arbeit aufgewandt werden für das gleiche Ergebnis. Das bedeutet aber, dass die Produktivität gesunken ist. Eine sinkende Produktivität erhöht aber den Preis für das Produkt. Gleichzeitig sinkt aber der Anteil der Rohstoffkosten, was die Produktivitätssenkung kompensiert, aber wohl nur teilweise, denn es bleiben 24 Milliarden Euro EEG-Zulage als Defizit übrig.
Man könnte so argumentieren, dass die 24 Milliarden Euro eben zur Schaffung von 330’000 Arbeitsplätzen gebraucht werden. Das macht dann 73’000 Euro pro Arbeitsplatz und Jahr.
Man kann natürlich sagen, dass das Ganze trotzdem Sinn macht, aber eben «trotzdem» nicht «weil».

Respekt!!

Heute bin ich in die Stadt gefahren und habe die ersten Wahlplakate bewusst gelesen. Als erstes sah ich eins der CDU «Mehr Respekt für Familien».
Eine schöne Parole. Mehr klingt viel besser als weniger. Respektiert werden möchte jeder und Familie hat ja ausser vielleicht bei Teenagern auch ein gutes Image.
Nach einigen Metern (ich war mit dem Fahrrad unterwegs.) stellte ich mir dann doch einige Fragen.
Sollte es vielleicht auch mehr Respekt für Singles geben? Wie stellt man eigentlich fest, ob es nicht genug Respekt für Familien gibt? Meinen die etwa, dass ich nicht genug Respekt für Familien habe?
Wir wählen ja ein Parlament und das soll Gesetze machen. Wie sieht wohl so ein Respekt-für-Familien-Gesetz aus?
Jetzt sind ja in Deutschland in der Regel für die Gesetze die Länderparlamente zuständig. Das weiss zwar kaum einer, ist aber so. Nur wenn im Grundgesetz (Artikel 70 und 71) etwas anderes steht, ist der Bundestag zuständig. Da im Grundgesetz nichts über Brennelementesteuer stand, war der Bundestag nicht zuständig und musste das ganze schöne Geld inklusive Zinsen wieder zurückzahlen.
Ich werde mal im Grundgesetz nachschauen müssen, ob da was über Respekt-für-Familien-Gesetz oder so ähnlich steht.

Risikolose Windparkbeteiligung…

In der Frankfurter Rundschau wurde berichtet, dass sich Bürger an Windparks beteiligen können und dafür eine garantierte Verzinsung von 5% erhalten.
Bei einem Windpark erhalten normalerweise alle Beteiligten (Landeigentümer, Projektentwickler, Geschäftsführer, etc.) einen garantierten Anteil der Einnahmen und meistens eine garantierte Mindestsumme. Das Risiko bleibt bei den Investoren und die schauen bei 2 Drittel der Projekte in die Röhre. Wie funktioniert das beim Windpark Köhlen, der als Beispiel genannt wurde?
Es durften sich 130 Bürger aus der Nachbarschaft mit durchschnittlich 11 000 Euro beteiligen. Sie sind damit mit 1,43 Mio. Euro beteiligt. Damit scheiden sie schon mal als Kläger gegen den Windpark aus. Sie erhalten auf ihre Beteiligungen 5% Zinsen, d.h. 550 Euro pro Jahr. Alle zusammen 71 500 Euro.
Der Windpark besteht aus 16 Windturbinen mit einer gesamten Nennleistung von 48.8 MW. Die Gesamtinvestitionssumme wird nicht genannt. Sie dürfte bei über 60 Mio. Euro liegen. Die Beteiligung der Bürger liegt also in der Größenordnung von 2%.
Die Einnahmen des Windparks dürften bei etwa 6 Mio. Euro pro Jahr liegen. Davon erhalten die Landeigentümer als Pacht üblicherweise 8% = 480 000 Euro. Dafür stellen sie etwa 10 000 m2 zur Verfügung. Der Quadratmeterpreis liegt bei ca. 3 Euro. Die Landeigentümer «investieren» also Land im Wert von 30 000 Euro und erhalten dafür 480 000 Euro Zinsen im Jahr. Die Bürger investieren 1.43 Mio Euro und erhalten 71 500 Euro Zinsen.
Die Bürger lassen sich für `n Appel und `n Ei ihr Klagerecht abkaufen.
Wer trägt also in diesem Fall, das Risiko falls der Wind nicht ausreichend weht. Hinter der Projektgesellschaft stehen zwei Gesellschafter und der eine Gesellschafter ist die EWE, der regionale Energieversorger im Nordwesten. Die Besitzer der EWE sind die Städte und Kommunen im Nordwesten Deutschland. Das Risiko tragen also die Stromverbraucher oder die Steuerzahler.

Politisch-korrekter Trugschluss…

Ein Mitarbeiter bei Google hat ein Manifest geschrieben, in dem er behauptet, dass Frauen für Informatik nicht geeignet seien. Er vermutet dahinter genetische Gründe. Ich bezweifle, dass das so ist.
Wenn jedoch eine Firma einen Frauenanteil von 50% anstrebt, könnte dieser Eindruck entstehen.
Es liegt daran, dass der Anteil der Frauen an Informatikstudierenden nur ca. 17% ist. Nehmen wir als Beispiel an, dass 83 Männer und 17 Frauen an einer Universität studieren und dass es gute und weniger gute Studenten gibt. Dies soll aber unabhängig vom Geschlecht sein. Vielleicht passt eine Normalverteilung («Glockenkurve») ganz gut.
Eine Firma bietet jetzt 34 Studenten einen Vertrag an. Da die Firma einen Frauenanteil von 50% anstrebt, bietet sie also 17 männlichen und 17 weiblichen Studenten einen Vertrag. Das Ergebnis ist, dass die Firma alle Frauen anstellt, bei den Männern aber nur die besten 20% nimmt.

Zweierlei Maß…

Die Besitzer des Gas-und Dampfkraftwerkes Irsching möchten das Kraftwerk gerne stilllegen. Der Übertragungsbetreiber Tennet lässt dies aber nicht zu. Für schwierige Netzsituationen muss das Kraftwerk weiter zur Verfügung stehen. Dem Betreiber bekommt seine Kosten aber nicht vollständig ersetzt. Er gibt einen zweistelligen Millionenbetrag als Verlust an. Per Gesetz wird hier also eine Firma gezwungen, Verluste zu machen.
Da in Bayern ja demnächst die Kernkraftwerke abgeschaltet werden, muss Bayern den größten Teil seines Stromverbrauches importieren. Um einen Blackout zu vermeiden, hat die Bundesnetzagentur entschieden, dass 1200 MW Gaskraftwerke gebaut werden sollen. Die Kraftwerke sollen von den Übertragungsnetzbetreibern gebaut und betrieben werden. Ihre Kosten können vollständig über die Netzentgelte umgelegt werden.
Man könnte sich jetzt fragen, warum Irsching nicht die Funktion der neuen Gaskraftwerke übernehmen kann. Es befindet sich nicht am richtigen Ort.

Abgas-Kartell?

Vor einigen Wochen kamen wir auf die Idee abends mit dem Fahrrad ins Dorf zu fahren und in einer schönen Kneipe ein Bier vor dem Schlafengehen zu trinken. Da wir in einem Kurort leben, gibt es eine ganze Reihe von Gaststätten. Wir mussten aber feststellen, dass in den ersten drei Gaststätten geraucht wurde. Wir landeten dann in einem Hotel, das eine schöne Kneipe hat, aber leider war die auch verraucht. Auf die Frage, ob es in Bad Zwischenahn eine Gaststätte gäbe in der man «ungeräuchert» ein Bier trinken könnte, antwortete der Kellner, dass das nach seinem Wissen nicht möglich sei.
In Niedersachsen gibt es ein Rauchverbotsgesetz wie in anderen Bundesländern auch. Die Polizei sagt, dass sie für die Einhaltung nicht zuständig sei. Der Bürgermeister meint, dass die Gemeinde für die Einhaltung auch nicht zuständig sei. Zuständig seien die Wirte. Im Übrigen bezeichnet er Anzeigen wegen des Rauchverbots als «anschwärzen». Der Gaststättenverband hält Anzeigen wegen Verstosses gegen das Gesetz für eine Diffamierung. Man hat den Eindruck, dass alle unter einer Decke stecken, um die Umsetzung des Rauchverbots zu verhindern.
Für einen demokratischen Rechtsstaat zeigt sich hier eine problematische Rechtsauffassung. Wenn man der Auffassung ist, dass die Täter für die Einhaltung der Gesetze zuständig sind, braucht man gar keine Polizei mehr.
Jedes Bundesland hat ein eigenes Rauchverbotsgesetz. In 13 Ländern sind die Bussgelder im Gesetz vorgeschrieben. Sie reichen bis zu 10 000 Euro in Meck-Pomm. In Niedersachsen überlässt man die Festsetzung der Höhe der Bussgelder der Gemeinde. Da kann man sich vorstellen, wie hoch die Bussgelder sein werden, wenn jemand die Wirte bei der Gemeinde «anschwärzt».
Jetzt könnte man auf die Idee kommen, einfach mal Anzeige zu erstatten. In einem kleinen Dorf mit dem geschilderten politischen Umfeld sollte man davon vielleicht besser Abstand nehmen.

Trugschluss

Die Agora Energiewende zeigt in ihrer Studie, dass in den letzten 4 Jahren sich die neuinstallierte Leistung in 60% für Erneuerbare und 40% für konventionelle Energien aufteilt.
Der unbedarfte Leser könnte zu dem Schluss verleitet werden, dass dann in der Zukunft irgendwann 60% des Stroms aus den Erneuerbaren kommt. Dies ist ein Trugschluss.
Die produzierte Strommenge ist nicht einfach proportional zur installierten Leistung. Windturbinen schaffen in Deutschland etwa 1500 Volllaststunden, Solarpanels etwa 900 Stunden. Kernkraftwerke laufen etwa 8000 Stunden pro Jahr.
Interessant ist nur die produzierte Strommenge. Die Zahlen sind also bedeutungslos, aber warum werden sie immer wieder genannt?

Vorhersagen

Die Studie der Agora Energiewende besteht fast nur aus Vorhersagen. Es wird die Entwicklung des Klimawandels, die Entwicklung der Kosten und vieles mehr mit einer großen Gewissheit vorhergesagt.
Als Hobby-Philosoph fühlt man sich an Philosophen erinnert, die glaubten, dass sich die Geschichte gesetzmässig entwickelt. Steckt eventuell der Hegelsche objektive Weltgeist dahinter?
Plötzlich kommt jedoch ein Absatz, in dem es heißt, dass alle bisherigen Vorhersagen über die Preisentwicklungen der konventionellen Brennstoffe, die bisher als faktische Naturgesetze galten, hinfällig sind.
Auf die Idee, dass auch die anderen Vorhersagen irgendwann mal hinfällig sind, kommen die Autoren nicht.

Hagel

Die Agora Energiewende hat wieder eine Studie zur Energiewende herausgebracht. Damit keiner vergisst, warum man das Ganze macht, kommt am Beginn erstmal der Hinweis, dass die Extremwetterereignissse zunehmen.
Der Weltklimarat IPPC hat in seinem letzten Bericht geschrieben, dass es Gegenden gibt, in denen es mehr extreme Wetterereignisse gibt und andere Gegenden, wo es weniger gibt. Eine eindeutige Tendenz ist nicht erkennbar.
Nun leben Wissenschaftler ja in ihren Elfenbeintürmen und daher vertraut die Agora Energiewende lieber auf eine Versicherung wie die MunichRe.
Das erinnert mich an einen Witz, den ich als Kind gehört habe. Sagt der Bauer zu seinem Nachbarn: „Ich habe jetzt eine Hagelversicherung abgeschlossen.“ Der andere Bauer schaut verdutzt, kratzt sich am Bart und antwortet:“ Gut, aber wie macht du denn Hagel?“
Es wäre mal interessant zu untersuchen, ob eine Korrelation zwischen Versicherungsverträgen und Schäden gibt.