Archiv der Kategorie: Umwelt

Gesundheit oder Machbarkeit

Bei der Diskussion der Stickstoffdioxid-Immissionen (NO2) wird immer die Gesundheit der Bürger in den Vordergrund gestellt. Wenn man darauf hinweist, dass an deutschen Arbeitsplätzen 950 µg und an Schweizer Arbeitsplätzen sogar 6000 µg zulässig sind, dann wird häufig auf die asthma-kranken Kinde am Straßenrand hingewiesen.
In Wikipedia ist zulesen, dass die Auswirkungen des NO2 bei Kranken nicht größer sind als bei Gesunden.
Man soll aber den Eindruck gewinnen, dass der Grenzwert von 40 µg/m³ durch die Gesundheitsgefahren bestimmt ist.
Heute sagte jedoch die Leiterin des Bundesumweltamtes Maria Krautzberger in der Süddeutschen Zeitung: „Wir haben einen Grenzwert, der sich am technisch Machbaren orientierte.“
Der Grenzwert wurde also nicht nach den Gesundheitsgefahren bestimmmt, sondern nach der Machbarkeit. Man hat also aus den Emissionen der Autos die zu erwarteten Immissionen ausgerechnet und daher den Grenzwert festgelegt. Leider hat man sich verrrechnet. Die USA hatten 103 µg ausgerechnet und haben jetzt kein Problem mit den Schadstoffen in der Luft.
Ich habe aber Zweifel, dass die Aussage der Frau Krautzberger richtig ist. Es gibt andere Quellen, die behaupten der Wert von 40 µg/m³ sei mehr zufällig gewählt worden.

NOx-Rechnereien

Der Grenzwert für die Exposition von Menschen für NO2 ist 40 µg pro m³ für ein Jahr. Wieviel atmet man in so einem Fall pro Jahr ein?
Pro Tag atmet der Mensch etwa 10 m³ ein. Im Jahr macht das dann 3650 m³. Multipliziert man das dann mit den 40 µg, erhält man etwa 150’000 µg oder 150 mg oder 0.15 g.
Und wieviel kommt aus so einem Dieselauto raus?
Bei den Autos gibt man, wieviel NO2 pro gefahrenem Kilometer ausgestossen werden. Es sollten 80 mg/km sein. Also 2 km am Auspuff und man hat seine Jahresdosis.
Es interessiert mich aber mehr die Konzentration der Abgase. Gefunden habe ich Daten nur bei der Deutschen Umwelthilfe (unverdächtig im Dienste von VW zu stehen). Die NO2-Konzentrationen am Auspuff schwanken kolossal. Bei Geschwindigkeiten von 50 km/h sind sie aber sehr niedrig, in der Größenordnung von 200 mg/m³ oder 200’000 µg/m³. Dies ist 5000 mal mehr als der Grenzwert. Nehmen wir mal an, dass hauptächlich Dieselfahrzeuge eine Straße entlang fahren und wir 100 µg/m³ am Straßenrand messen. Dann hat sich das Abgas beim Weg vom Auspuff bis an den Straßenrand um den Faktor 200’000 / 100 = 2000 verdünnt. Wie weit hat sich das NO2 wohl verdünnt bis dahin wo Menschen sind, die das NO2 einatmen?
Vielleicht will das niemand wissen.

Wer misst, misst Mist.

Die EU-Richtlinie 2008/50/EG schreibt u. a. vor wie die Luftqualität gemessen werden muss.
Beim NO2 geht man davon aus, dass kurzzeitig hohe Werte sehr schädlich sind. Deshalb liegt der Grenzwert für 1 Stunde bei 200 µg/Nm3. Aber auch langfristige Belastung ist ein Problem. Deshalb wird über ein Jahr gemittelt.
Die Daten, die man durch Messungen gewinnen will, sind nicht die Schadstoffe in der Straße, sondern die maximale Exposition von Menschen, also das Produkt von Schadstoff und der Zeit, die Menschen diesen Schadstoffen ausgesetzt sind.
In der Richtlinie gibt es dazu folgende Formulierung:
Der Ort von Probenahmestellen, an denen Messungen zum Schutz der menschlichen Gesundheit vorgenommen werden, ist so zu wählen, dass folgende Daten gewonnen werden:
— Daten über Bereiche innerhalb von Gebieten und Ballungsräumen, in denen die höchsten Konzentrationen auftreten, denen die Bevölkerung wahrscheinlich direkt oder indirekt über einen Zeitraum ausgesetzt sein wird, der im Vergleich zum Mittelungszeitraum der betreffenden Grenzwerte signifikant ist;

Es sollen die höchsten Konzentrationen gemessen werden denen Menschen über einen gewissen Zeitraum ausgesetzt sind, also was sich im Laufe eines Jahres maximal in der Lunge eines Menschen ansammelt. Der Zeitraum soll signifikant zum Mittelungszeitraum, also zu einem Jahr, sein. Dummerweise wird nicht definiert, was signifikant bedeuten soll. Aber es sind sicher nicht einig Stunden gemeint. Da Arbeitsplätze nicht unter diese Richtlinie fallen, können eigentlich nur Wohnungen gemeint sein. Denn wo hält sich der Mensch signifikant lange auf außer in seiner Wohnung oder am Arbeitsplatz.
Ich wüsste keinen Menschen, der einen großen Teil seines Lebens am Straßenrand verbringt.
Eine Messstelle, die sich direkt am Straßenrand befindet, in deren Nähe keine Plätze sind, wo sich Menschen länger aufhalten, kann die geforderten Daten daher gar nicht liefern.
In Oldenburg befindet sich die Messstelle direkt am Straßenrand einer vielbefahrenden Straße. Im Erdgeschoss der angrenzenden Häuser befinden sich keine Wohnungen.
Anderseits gibt die Richtlinie auch Details für Aufstellung der Messstellen vor:
— Bei allen Schadstoffen müssen die Probenahmestellen in verkehrsnahen Zonen mindestens 25 m vom Rand verkehrsreicher Kreuzungen und höchstens 10 m vom Fahrbahnrand entfernt sein
Dies scheint etwas widersprüchlich zu der Forderung zu sein, repräsentative Messungen zu bekommen.
Weiterhin heißt es:
f) Probenahmestellen sollten möglichst auch für ähnliche Orte repräsentativ sein, die nicht in ihrer unmittelbaren Nähe gelegen sind.
Das trifft für Messstellen am Straßenrand sicherlich nicht zu.
Es soll nicht gemessen werden:
c) auf den Fahrbahnen der Straßen und — sofern Fußgänger für gewöhnlich dorthin keinen Zugang haben — auf dem Mittelstreifen der Straßen.
Wenn nicht auf den Fahrbahnen gemessen werden soll, macht dann eine Messung direkt am Fahrbahnrand Sinn?
Die Konzentration der Schadstoffe nimmt mit dem Abstand von der Emissionsquelle (hier dem Auspuff) stark ab. Würde man die Messstellen 10 m vom Straßenrand oder dort aufstellen, wo Menschen sich länger aufhalten, gebe es vermutlich keine Überschreitung der Grenzwerte.
Man hat den Eindruck, dass die Richtlinie und vor allem ihre Umsetzung nicht immer ganz durchdacht sind.
Vielleicht klagt ja ein von einem Fahrverbot betroffener Dieselfahrer gegen die Aufstellung der Messstellen.

Emission oder Immission?

Emission bedeutet Ausstoß, hier von Schadstoffen wie NOx oder Feinstaub. Emissionsvorschriften legen fest, wieviel Schadstoff ein Gerät etc. ausstossen darf. Man misst den Ausstoß direkt an der Quelle, also am Kamin eines Kraftwerkes oder am Auspuff eines Autos. Mit dieser Methode lassen sich Geräte einfach überprüfen.
Jetzt wohnt aber niemand auf einem Kraftwerkskamin und es saugt keiner an einem Autoauspuff.
Daher gibt es auch Immissionsgrenzwerte. Immission bedeutet Eintrag. Wieviel Schadstoff wird in eine menschliche Lunge eingetragen, ist hier z. B. die Frage.
Im Idealfall passen die Emissionsgrenzwerte zu den Immissionsgrenzwerten. Das ist aber schwierig.
In den USA sind die NOx-Emissionsgrenzwerte für Autos etwas niedriger als in der EU, aber die Immissionsgrenzwerte 2.5mal höher.
Ob ein Auto am Verkehr teilnehmen darf, bestimmen die Emissionsgrenzwerte. Ob es aber überall fahren darf, bestimmen (eventuell) die Immissionsgrenzwerte.

Wirkt NO2 homöopathisch?

In den Technischen Regeln für Gefahrstoffe heißt es:
«Nach der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)ist der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) der Grenzwert für die zeitlich gewichtete durchschnittliche Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz (sic) in Bezug auf einen gegebenen Referenzzeitraum. Er gibt an, bei welcher Konzentration eines Stoffes akute oder chronische schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit im Allgemeinen nicht zu erwarten sind.»
Danach kann ein Mensch 50 Jahre lang 40 Stunden in der Woche 950 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter einatmen und er merkt keine gesundheitlichen Einschränkungen.
Dieses ist die Vorschrift für Arbeitsplätze. Es gibt andere Vorschriften für Büroarbeitsplätze und Vorschriften für alles andere d.h. die Umwelt.
In der Umwelt dürfen es nur 40 Mikrogramm sein und dass ist der Grenzwert in den Straßen.
In der Diskussion um die Fahrverbote für Diesel, wird immer wieder gesagt, dass die Überschreitung der 40 Mikrogramm zu Gesundheitsschäden führt.
Wenn ein Mensch aber in der Straße (7*24=) 176 Stunden pro Woche 41 Mikrogramm pro Kubikmeter einatmet, dann atmet er mehr als mal fünfmal weniger ein ((176 * 41) / (40 * 950)) als am Arbeitsplatz unschädlich ist, hat aber mit gesundheitlichen Schäden zu rechnen. Er stirbt vielleicht sogar daran. Das NO2 in der Umwelt ist also mindestens fünfmal schädlicher als das am Arbeitsplatz.
Das kann ich mir nur so erklären, dass NO2 homöopathisch wirkt. Je geringer die Menge, desto größer die Wirkung. In der Öko-Szene erfreut sich die Homöopathie ja einer gewissen Beliebtheit. Aber dann wäre bei weiterem Absenken der NO2-Werte mit noch mehr Toten zu rechnen.
Jetzt heißt es, dass am Arbeitsplatz gesunde Menschen seien, aber am Straßenrand auch Kranke und Kinder. Wer setzt Kranke Tag und Nacht an eine vielbefahrene Straße oder lässt Kinder dort spielen?
Langsam glaube ich wirklich, dass die Beschäftigung mit NO2 schädlich ist (für die geistige Gesundheit).
Etwas Hintergrundwissen kam man hier finden.

Dieselabgase erniedrigen Krebsrisiko!

Das hört sich erstmal verrückt an. Aber alle Menschen sterben irgendwann. Die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu sterben, steigt mit dem Alter. Wer bereits früh an etwas anderem gestorben ist, kann keinen Krebs mehr bekommen.
Wenn man Statistiken liest über Todesursachen, sollte man lieber zweimal nachdenken, was die Aussage eigentlich wirklich bedeutet.

Alle reden vom Wetter,…

wir nicht, war ein Reklamespruch der Deutschen Bahn (damals noch Deutsche Bundesbahn genannt), als ich ein kleiner Junge war. Züge fuhren immer, sollte es auch stürmen und schneien.
Damals fuhren noch Dampflokomotiven und Dieselloks. Einen umgestürzten Baum hätte eine Dampflokomotive einfach beiseiteschieben können. Aber es fielen gar keine Bäume auf die Schienen. Nicht, dass es nicht gestürmt hat. Aber wegen der Feuergefahr durch die Dampflokomotiven wurde an beiden Seiten die Vegetation zurückgeschnitten. Bäume direkt neben dem Zug gab es nicht, hat man mir erzählt.
Heute fahren die Züge durch Alleen. Bäume fällen ist heute praktisch kaum noch möglich wegen des Klimawandels. Wenn also bei uns für 10 Tage kein Zug fährt ist, dass eine Auswirkung des Klimawandels, verursacht unter anderem durch die Dampflokomotiven, die Kohle verfeuert haben. Deshalb bin ich heute mit dem Auto zu meiner Mutter ins Pflegeheim gefahren, wegen des Klimawandels.

Abgas-Kartell?

Vor einigen Wochen kamen wir auf die Idee abends mit dem Fahrrad ins Dorf zu fahren und in einer schönen Kneipe ein Bier vor dem Schlafengehen zu trinken. Da wir in einem Kurort leben, gibt es eine ganze Reihe von Gaststätten. Wir mussten aber feststellen, dass in den ersten drei Gaststätten geraucht wurde. Wir landeten dann in einem Hotel, das eine schöne Kneipe hat, aber leider war die auch verraucht. Auf die Frage, ob es in Bad Zwischenahn eine Gaststätte gäbe in der man «ungeräuchert» ein Bier trinken könnte, antwortete der Kellner, dass das nach seinem Wissen nicht möglich sei.
In Niedersachsen gibt es ein Rauchverbotsgesetz wie in anderen Bundesländern auch. Die Polizei sagt, dass sie für die Einhaltung nicht zuständig sei. Der Bürgermeister meint, dass die Gemeinde für die Einhaltung auch nicht zuständig sei. Zuständig seien die Wirte. Im Übrigen bezeichnet er Anzeigen wegen des Rauchverbots als «anschwärzen». Der Gaststättenverband hält Anzeigen wegen Verstosses gegen das Gesetz für eine Diffamierung. Man hat den Eindruck, dass alle unter einer Decke stecken, um die Umsetzung des Rauchverbots zu verhindern.
Für einen demokratischen Rechtsstaat zeigt sich hier eine problematische Rechtsauffassung. Wenn man der Auffassung ist, dass die Täter für die Einhaltung der Gesetze zuständig sind, braucht man gar keine Polizei mehr.
Jedes Bundesland hat ein eigenes Rauchverbotsgesetz. In 13 Ländern sind die Bussgelder im Gesetz vorgeschrieben. Sie reichen bis zu 10 000 Euro in Meck-Pomm. In Niedersachsen überlässt man die Festsetzung der Höhe der Bussgelder der Gemeinde. Da kann man sich vorstellen, wie hoch die Bussgelder sein werden, wenn jemand die Wirte bei der Gemeinde «anschwärzt».
Jetzt könnte man auf die Idee kommen, einfach mal Anzeige zu erstatten. In einem kleinen Dorf mit dem geschilderten politischen Umfeld sollte man davon vielleicht besser Abstand nehmen.

Vielleicht manchmal doch besser Glyphosat…

Ich habe gestern meine Mutter im Pflegeheim besucht.
Im Keller des dreigeschossigen Gebäudes befindet sich ein Schwimmbad. Vermutlich um Tageslicht zu haben, gibt es einen Aushub vor dem Schwimmbad. Es gibt eine Treppe, so dass man hinuntersteigen kann. Als ich ankam, hörte ich dort einen ziemlich lauten Lärm, den ich aber nicht identifizieren konnte.
Als ich mit meiner Mutter das Pflegeheim verließ, um eine Tour mit dem Rollstuhl zu machen, hörte ich die Hausleitung das Küchenpersonal beruhigen, dass die Feuerwehr bereits informiert sei. Wir hörten dann von weiten die Sirenen der Feuerwehr. Als wir nach einer Stunde zurückkamen, konnten wir das Haus wegen des Rauches nicht betreten.
Da ja Unkrautvernichtungsmittel heute verboten sind, hatte jemand mit einem Bunsenbrenner (daher der Lärm) das Unkraut verbrannt. Vor einer Holztür war auch Unkraut und hinter der Holztür lag Papier. Statt oder zusätzlich zum Unkraut wurde das Papier und die Tür verbrannt.
Dazu passt eine kürzlich gefällte Entscheidung eines Oberlandesgerichts. Ein Mann hatte Unkraut mit einer Mischung aus Essigessenz und Salz bekämpft. Man verlangte von ihm eine Buße von 150 Euro wegen unerlaubtem Gebrauch von Unkrautvernichtungsmitteln. Das Oberlandesgericht hob die Entscheidung auf mit der Begründung, dass es sich bei Essig und Salz eindeutig um Lebensmittel handele und nicht um Unkrautvernichtungsmittel. Hier öffnet sich ein neues Betätigungsfeld für den kreativen Schrebergärtner. Ob ein wenig Glyphosat da nicht die bessere Lösung gewesen wäre.

CO2

Ich habe unsere Energieverbrauchsabrechnung bekommen und will jetzt mal berechnen wie viel CO2 wir eigentlich so ausstossen.
Unser Gas verbrauch lag bei 19’000 kWh, was knapp 1400 kg Gas entspricht. Daraus entstehen ca. 4000 kg CO2.
Ausserdem haben wir 2200 kWh Strom verbraucht. Wenn man den deutschen Strommix zugrunde legt, haben wir hiermit ca. 1300 kg CO2 verursacht.
Mit dem Auto sind wir etwa 6000 km gefahren und haben damit ca. 360 l Benzin verbraucht. Dadurch kamen aus dem Auspuff etwa 830 kg CO2.
Wir können aber auch das Atmen nicht sein lassen. Dieser Ausstoss hängt aber sehr stark von der körperlichen Aktivität ab. Ich schätze mal, dass wir beide zusammen etwa 500 kg CO2 ausgeatmet haben.

WodurchWieviel [kg]Wieviel [%]
Gasheizung400060
Strom130020
Autofahren83013
Atmen5007
Summe6630100