Archiv für den Monat: Juni 2016

Warum ich kein Referendum will…

Am britischen Referendum kann man gut darlegen, warum ich kein Anhänger von Referenden bin.
Man könnte vielleicht Referenden durchführen für simple Fragen, wie z. B. soll es eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen geben. Die Frage ist verhältnismässig einfach und hat nicht allzu grosse Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Aber den Riesenaufwand treiben für so eine einfache Frage?
Für komplexe Fragen wie ein EU-Austritt sind Referenden nicht geeignet. Es muss ja jemanden geben, der den Beschluss des Referendums ausführt. In Grossbritannien ist die grosse Mehrheit aller Politiker gegen den EU-Austritt. Sie sollen jetzt eine Entscheidung ausführen, die gegen ihren Willen gefällt wurde und die sie eventuell nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können. Eigentlich müssten jetzt die Politiker zurücktreten und es müssten Neuwahlen stattfinden. Was sollen jetzt die Politiker machen, die den EU-Austritt nicht verantworten können? Sollen sie nicht mehr antreten? Dann wäre es keine Wahl mehr. Sollen sie sagen, dass sie sich nicht an das Referendum gebunden fühlen, wenn sie gewählt werden. Dann hätte es ja gar kein Referendum gebraucht. Die einzige einfache Lösung ist, dass es Neuwahlen gibt und die UKIP gewinnt die absolute Mehrheit. Aber auch dann hätte es das Referendum nicht gebraucht. Dieses Wahlergebnis hätte gereicht.
Aber Demokratie ist doch die Herrschaft des Volkes und das Volk soll entscheiden, wird oft entgegengehalten. Ich halte das für ein Missverständnis von Demokratie. Demokratie ist das Gesellschaftssystem, in dem man die Regierung loswerden kann, ohne zur Waffe zu greifen (Ich glaube, das ist von Sir Karl Popper). Demokratie ist nicht die Diktatur der Mehrheit. In der Schweiz ist dieses in meinen Augen falsche Demokratieverständnis sehr verbreitet. In unserem Dorf gab es einen Rechtsstreit, weil einige Anwohner gegen einen neuen Sportplatz geklagt haben. Die Sache wurde von der Gemeinde bis zum höchsten Gericht gebracht, aber letztendlich verloren. Man kann den Ärger verstehen, weil die klagenden Anwohner von den Plänen wussten, als sie dort gebaut haben. Es wurde im Dorf eine Demonstration veranstaltet und ein Flugblatt an alle Haushalte verteilt. Es hiess darin, dass es in einer Demokratie wie der Schweiz inakzeptabel sei, dass Richter gegen den Willen der Mehrheit entscheiden. Dieses vollkommen irre Verständnis von Demokratie und Rechtsstaat, denn schliesslich könnte man damit auch Lynchjustiz rechtfertigen, erzeugte keinen Widerspruch. Man hätte den Streitfall lieber mit einem Referendum statt mit einem Gerichtsurteil entschieden.
Dieses Verständnis von Demokratie ist auch der Hintergrund, warum die Schweiz kein Verfassungsgericht hat. Man ist der Meinung, dass es das in einer Demokratie nicht braucht. Die Bürger wenden sich dann gleich an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Daraufhin beschweren sich die Rechtspopulisten, dass dieser zu oft Schweizer Fälle entscheidet und vor allem Dingen gegen den Willen des Schweizer Volkes. Dabei kommt ihnen zu Hilfe, das weniger Gebildete glauben, dass dieser Gerichtshof eine EU-Institution sei.

Missing money problem

Nun gut, wird man sagen, das hat man jedes Monatsende. Wo ist das Problem?
Wenn man sich den Strombedarf eines Netzes anschaut, so sieht man, dass je höher der Verbrauch, desto kürzer der Zeitraum ist in dem dieser Verbrauch stattfindet. Meist ist der höchste Verbrauch an einem kalten, trüben Februartag. Es wird also ein Kraftwerk geben müssen, dass eventuell nur an diesem Tag läuft. Damit es seine Kosten einspielen kann, muss es dann an diesem Tag einen extrem hohen Preis erzielen. Wenn der Tag aber überhaupt nicht eintritt?
In einem elektrischen Netz braucht man immer Überkapazitäten. Man braucht nicht nur die maximale Leistung für jenen besagten Februartag, sondern noch eine Reserve, wenn man Tag vorher ein Kraftwerk ausfällt. Eigentlich braucht man sogar mehrere über das Netz verteilt.
Jetzt soll dieses System wie eine Marktwirtschaft funktionieren. Was passiert bei Überkapazitäten in einer Marktwirtschaft? Zuerst bieten alle Anbieter zu Grenzkosten an. Das passiert gerade auf dem Strommarkt. Jeder hofft, dass der Konkurrent eher aufgibt. Irgendeiner wird dann als erster seine Kapazitäten verringern und weniger produzieren. Im Strommarkt hiesse das, Kraftwerke stilllegen. Dies verbietet aber eventuell die Bundesnetzagentur. Sie hat gesetzlich das Recht dazu.
In einer Marktwirtschaft werden im Idealfall die Überkapazitäten reduziert, bis Nachfrage und Produktion wieder im Gleichgewicht sind. Steigt die Nachfrage plötzlich wieder an, muss man eben 3 Monate auf das neue Auto warten. Im Strommarkt kann diese Wartezeit aber nur Sekunden sein, sonst bricht alles zusammen. Was passiert mittelfristig? Die Produzenten verkaufen weiter zu Grenzkosten, aber sie verdienen kein Geld, um neue Anlagen zu bauen. Sie haben das Missing Money Problem. Man hilft sich mit Reparaturen und hofft. Der Kraftwerkspark veraltet. Neue, effektivere Kraftwerke werden nicht gebaut. Und was passiert langfristig? Man muss irgendetwas verändern, weil so kann es ja nicht funktionieren.

Hier, hier her…

Laut S. Gabriel rechnet man mit der Umstellung von oberirdischen Stromleitungen auf Erdleitungen mit Mehrkosten von 8 Mrd. Euro. Wenn man die Länge der Strecke mit etwa 800 km annimmt, so kostet die Umstellung 10‘000 Euro pro Meter.
Nehmen wir mal eine kleine Gemeinde mit 5000 Einwohnern. Wenn die Stromleitung durch die Gemeinde läuft, ergeben sich bei einer geschätzten Länge von 10 km Mehrkosten für die Gemeinde 100 Millionen Euro.
Wenn man mir 20‘000 Euro gibt, darf man bei mir eine Hochspannungsleitung bauen.

Null Grenzkosten?

Nicht nur Journalisten, sondern sogar Professoren erzählen gerne, dass wir in 20 Jahren sehr billigen Strom haben werden, weil die Windturbinen keinen Brennstoff brauchen.
Gemäss der Daldorf-Studie setzen sich die Stromgestehungskosten zusammen aus etwa 25-30% Betriebskosten und 70-75% Kapitalkosten. Nach 20 Jahren sollten die Anlagen abgeschrieben sein und die Stromgestehungskosten sollten nur noch 25-30% betragen. Leider ist die Lebensdauer der Anlagen mit 20 Jahren auch erreicht. Wenn sie anfangen billigen, Strom zu produzieren, müssen die Anlagen leider abgerissen werden.

Wo sind sie denn?

In Fernsehsendungen hört man oft, dass die Energiewende von den Bürgern getragen wird und nicht von Konzernen. Jürgen Trittin erwähnt das gerne. Sie haben überall Bürgerwindparks gegründet. Ich habe mich schon immer gewundert, wieso ich noch nie angesprochen wurde, in einen Bürgerwindpark zu investieren. Brauchen die mein Geld nicht?
Jetzt hat der MDR mir die Lösung geliefert.
Im Bundesland Sachsen-Anhalt findet man 2700 Windenergie-Anlagen und einen einzigen Bürgerwindpark.

Eigentor

Der starke Regen hat natürlich die Klimaretter auf den Plan gerufen. Heute war in der FR zu lesen, dass der Starkregen in den letzten Jahren zugenommen hat. Die Grafik dazu hat man vergessen abzudrucken:
starkregen_breit
Quelle: Deutscher Wetterdienst

Wenn die Temperatur um 4°C steigt, …

stehen mir die Haare (nun gut, viele sind es nicht mehr) zu Berge.
Vor etwa 50 Jahren habe ich in der Schule gelernt, dass man Temperaturen in °Celsius oder in Kelvin angibt. Temperaturdifferenzen werden jedoch nur in Kelvin (abgekürzt K) angeben.
Journalisten wissen es entweder nicht oder sie haben entschieden, dass ihre Leser zu dumm dazu sind.
Bei Zeitangaben ist es im Deutschen dagegen vollkommen normal, dass andere Einheiten benutzt werden. Jedermann sieht ein, dass es ein Unterschied ist, ob man einen Marathon unter 2 Stunden oder vor 2 Uhr beendet. Die Zeit messen wir in «Uhr», den Zeitunterschied in «Stunden» und bei der Temperatur sind wir für sowas zu blöd?

Entwarnung?

In der Klimawissenschaft ist man sich, abgesehen von einigen Extremisten, einig, dass das Klima sich wandelt und dass das CO2 einen Einfluss auf die Erwärmung hat.
Der Streit geht heute darum, wie gross dieser Effekt ist, die sogenannte Klimasensitivität. Wenn jedes Jahr das CO2 um 1% steigt, um wieviel erhöht sich die Temperatur, wenn sich das CO2 verdoppelt hat?
Die Werte des Weltklimarats schwanken zwischen 1.5 und 4.5 K. Die Kritiker sind der Meinung, dass der Effekt überschätzt wird. Wenn der Effekt wirklich so gross ist, müsste es heute eigentlich viel wärmer sein. Es wird dagegen argumentiert, dass es durch die Industrialisierung auch einen Kühleffekt gibt. Durch das SO2 und den Staub in der Luft, gibt es mehr Wolken als vor der Industrialisierung. Mehr Wolken bedeuten weniger Sonne und damit einen Kühleffekt. Die Addition der Erwärmung durch das CO2 und die Abkühlung durch den Dreck in der Luft ergibt unsere heutige Temperatur.
In der Physik würde man diesen Streit durch ein Experiment entscheiden. Aber das geht natürlich nicht.
Im CERN hat man nun ein Experiment mit einem überraschenden Ergebnis durchgeführt. Man hat festgestellt, dass der Kühleffekt durch den Dreck in der Luft viel geringer ist, als angenommen. Auch vor der Industrialisierung gab es bereits so viele Wolken wie heute. Grund sind die Ausdünstungen und der Staub der Vegetation.
Wenn jedoch der Kühleffekt geringer ist als angenommen, liegt der Schluss nahe, dass auch die Klimasensitivität des CO2 geringer ist als angenommen.
Bei „Klimarettern“ macht sich schon leichte Panik breit.
Es ist also noch vieles unklar, wie der Klimawandel wirklich funktioniert.