Archiv für den Monat: September 2016

Wenn der Nachbar den Strom liefert…

Im New Yorker Stadtteil Brooklyn haben Bewohner sich von Stromkonzernen unabhängig gemacht. Sie betreiben ihre eigene Solaranlage und versorgen auch andere Bürger mit Energie.
So beginnt ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung.
Wenn mal im Internet nachliesst, was dahintersteckt, so ist es eine private Handelsplattform mit der sich die Erzeuger gegenseitig den Strom verkaufen. Euphorisch sprechen einige Journalisten bereits davon, dass dies die Energiewelt revolutionieren könnte. Der Strom wird billiger und grüner und die Welt wird gerettet.
Jetzt gibt es neben dem Handel mit Strom auch noch die technische Seite. Die Erzeuger sind natürlich alle an das Netz der Stromfirmen angeschlossen und tauschen virtuell ihre Energien über dieses Stromnetz. Unabhängigkeit würde ich das nun nicht gerade nennen.
In einem Stromnetz gibt es immer Erzeuger und Verbraucher und die erzeugte und verbrauchte Elektrizität muss immer im Gleichgewicht sein. Da die Verbraucher, besonders private Haushalte, nicht steuerbar sind, muss die Erzeugung geregelt werden. Die Sonne lässt sich nun mal nicht regeln. Vor allem an wolkigen Tagen oder nachts funktioniert das System nicht. Was natürlich immer funktioniert, ist der Handel im Internet, auch wenn es eigentlich nichts zu handeln gibt.
Ich habe den Eindruck, dass man dort wieder nur eine weitere Möglichkeit gefunden hat, Geld zu verdienen nach dem Motto: «Ist der Handel noch so klein, bringt er doch mehr als Arbeit ein.»