Archiv für den Monat: Oktober 2017

O sole mio…

Wie wäre es, wenn ich mein Gewissen beruhige und auf Ökostrom umsteige. Es sollen natürlich regionale Produkte sein und Windturbinen und Solaranlagen haben wir hier ja genug.
Also suchen wir nach einem Ökostromanbieter. Die Chefin von ENTEGA hatte einen Gastbeitrag in der Presse. Auf der Webseite sieht man schöne Bilder mit Blumenwiesen und Windturbinen. Haben sie auch Solarstrom? Nach etwas Suchen kommt die Enttäuschung: 100% Wasserkraft. Wo gibt es hier regionale Wasserkraft. Die gibt es hier im Flachen nicht.
Wie sieht es bei Greenpeace Energy aus? Immerhin 12% Windstrom, aber 0% Solarstrom und 88% Wasserkraft.
Vielleicht ist Lichtblick ein Lichtblick. Aber auch hier gibt es nur 100% Wasserkraft.
Naturstrom hört sich gut an. Immerhin gibt es hier 13.3% Windstrom, aber nur minimale 0.9% Solarstrom. 55.1% sind aus Wasserkraft. Die restlichen 30.7% sind EEG-Strom. Was ist das? Eine neue Energiequelle oder werden dahinter Biogasanlagen versteckt, die ja nicht mehr so sehr positiv dastehen?
Wie sieht es bei den Vorzeige-Rebellen aus dem Schwarzwald aus (EWS Schöönau). Es gibt 100% Wasserkraft und Wind, aber keinen Solarstrom. Wieviel von den 100% Wind ist, finde ich nirgends. Ein Beispiel für Transparenz ist das nicht gerade.
Die Wasserkraft macht in Deutschland nur 3.5% (2016) der Stromerzeugung aus. Wenn jetzt alle Ökostrom wollen, wo soll der dann herkommen, wenn die Ökostromanbieter keinen Solarstrom oder Windstrom anbieten?
Wenn ich regionalen Wind- und Solarstrom haben will, muss ich also bei der EWE bleiben.
Wenn man von Physik überhaupt keine Ahnung hat, dann könnte man auf die Idee kommen, dass der Windstrom nach Österreich transportiert wird und der österreichische Wasserkraftstrom zu uns kommt, falls ich bei einem Ökostromanbieter einkaufe. Das ist natürlich Unsinn. Der Energiefluss folgt ja nicht dem Geldfluss.

Der Wind, das himmlische Kind,…

bläst heute, den 29.10.2017, heftig. Es wird sehr viel Windstrom produziert und der Bedarf ist gering, weil es Sonntag ist.
Man sollte meinen, dass man jetzt viel Geld mit dem Windstrom erzielen kann. Aber da ist der Kannibalisierungseffekt vor. Wegen des Überangebots ist der Preis auf -100 Euro/MWh gefallen. Man bekommt also noch Geld draufgezahlt, wenn man den Strom abnimmt. Da zurzeit etwa 36’000 MWh pro Stunde erzeugt werden, müssen die Netzbetreiber jede Stunde 3.6 Millionen Euro auf den Tisch legen, um den Strom loszuwerden. 50 Millionen Euro werden heute wohl zustande kommen.

Wie in der Hölle…

Die USA haben jetzt Sicherheitsintervies mit Flugpassagieren vorgeschrieben. Das erinnert mich an ein Erlebnis aus dem Jahre 2001.

Ich war im Jahre 1999 geschäftlich in Bagdad. Wir waren bis Amman geflogen, hatten uns dort ein irakisches Visum geholt, das in den Pass eingeklebt wurde und waren dann mit einem Taxi durch die Wüste nach Bagdad gefahren. Wir wohnten im Palestine Hotel, das später im Krieg durch CNN berühmt wurde. Im Eingang musste man über ein Mosaik laufen auf dem das Gesicht George Bush sen. abgebildet war und den Titel trug «George Bush is a war criminel.

2001 wollte ich dann von Zürich nach Chicago fliegen. Wir flogen mit einer amerikanischen Fluggesellschaft. Am Schalter musste man seinen Pass vorlegen und ein, zwei Fragen beantworten. «Alles in Ordnung» sagte der Beamte und wollte aus Höflichkeit das Ticket in meinen Pass stecken. Der Pass öffnete sich aber an der Stelle, wo das irakische Visum eingeklebt war. Er sah entsetzt die arabischen Schriftzeichen und fragte, was das sei. Ich sagte, dass es ein irakisches Visum sei. Was ich denn im Irak gemacht hätte. Ich antworte, dass ich dort im Rahmen des UN-Oil-for-food-Programms verhandelt hätte. Ob ich bei der UN sei. Als ich das verneinte, sagte er, dass er mit seinem Chef reden müsste. Er verschwand für einige Minuten. Als er zurückkam, war alles in Ordnung und er sagte entschuldigend, aus Bagdad, das sei wie direkt vom Teufel aus der Hölle kommen. Ich wollte antworten, dass, wenn es in der Hölle wie in Bagdad ist, man keine Angst haben brauche. Aber dann entschloss ich mich, besser den Mund zu halten und einzusteigen.

Alle reden vom Wetter,…

wir nicht, war ein Reklamespruch der Deutschen Bahn (damals noch Deutsche Bundesbahn genannt), als ich ein kleiner Junge war. Züge fuhren immer, sollte es auch stürmen und schneien.
Damals fuhren noch Dampflokomotiven und Dieselloks. Einen umgestürzten Baum hätte eine Dampflokomotive einfach beiseiteschieben können. Aber es fielen gar keine Bäume auf die Schienen. Nicht, dass es nicht gestürmt hat. Aber wegen der Feuergefahr durch die Dampflokomotiven wurde an beiden Seiten die Vegetation zurückgeschnitten. Bäume direkt neben dem Zug gab es nicht, hat man mir erzählt.
Heute fahren die Züge durch Alleen. Bäume fällen ist heute praktisch kaum noch möglich wegen des Klimawandels. Wenn also bei uns für 10 Tage kein Zug fährt ist, dass eine Auswirkung des Klimawandels, verursacht unter anderem durch die Dampflokomotiven, die Kohle verfeuert haben. Deshalb bin ich heute mit dem Auto zu meiner Mutter ins Pflegeheim gefahren, wegen des Klimawandels.