Archiv für den Monat: Januar 2018

Mehr Speicher…

Die Webseite der europäischen Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E (https://transparency.entsoe.eu) liefert eine Fülle von Daten zum download. Jede Viertelstunde erhält für jedes Land die Stromproduktion nach Energieträgern, den Stromverbrauch und für Deutschland die Börsenstrompreise.
Es bietet sich an die Daten ein wenig auszuwerten.
Wind- und Solarenergie liefert in der Bieterzone Deutschland-Österreich-Luxemburg etwa 25% des Stroms. In Studien wird der massive Ausbau gefordert. Man kann jetzt mit den Daten einfach mal ausrechnen, was passiert, wenn man die Anlagen um den Faktor 2,3,4,,,,10 ausbaut. Bereits bei Verdopplung treten Fälle ein, bei denen mehr Strom erzeugt wird, als verbraucht werden kann.
In der ersten Betrachtung soll man angenommen werden, dass die Anlagen einfach abgeregelt werden, weil es keine Speicher gibt.
Das folgende Diagramm zeigt das Ergebnis:

Auf der x-Achse ist aufgetragen, wieviel % der Strom aus Wind und Solar kommt. Die y-Achse gibt an, wieviel % des erzeugten Stroms verbraucht werden kann. Der erste rote Punkt zeigt den Zustand 2017. 26% des Stroms kommen aus Wind und Sonne und können zu 100% verbraucht werden. Die anderen Punkte ergeben sich, wenn man die Wind- und Sonnenstromproduktion vervielfacht. Wenn man 7mal so viele Anlagen installiert wie jetzt, kann man den Bedarf zu 90% decken. Aber nur 50% des erzeugten Stromes kann auch genutzt werden.
Die nächste Betrachtung nimmt einfach an, dass Überschussstrom einfach gespeichert wird. Der gespeicherte Strom kann ohne Einbusse wieder entnommen werden. Wenn man die Anlagen um den Faktor 3.8 (=1 / 0.26) erhöht, wird gerade so viel Strom produziert wie verbraucht wird. Der Energieinhalt des Speicher würde dann so aussehen:

Am Beginn des Jahres ist der Speicher so voll wie am Ende des Jahres. Im Anfang des Jahres 2017 hatten wir eine dreiwöchige Flaute auf Grund einer Hochdruckwetterlage. In dieser Zeit wird nicht genug produziert und man lebt vom Speicher. Im Sommer füllt die Sonnenenergie am Tag den Speicher und er wird nachts wieder entleert. Am Ende des Jahres gab es einige Stürme, die den Speicher wieder gefüllt haben. Das Arbeitsvolumen des Speichers müsste ca. 28 TWh betragen.
Die Speichergröße wird bestimmt durch die Flaute. Wenn man die Flaute mal weglässt, dann bleibt aber immer noch ein Speicher von 10-15 TWh. Die Pumpspeicherkapazität in Europa beträgt ca. 0.3 TWh und lässt sich aus geologischen Gründen maximal auf 2.6 TWh ausbauen.
Aber es gibt ja in Zukunft noch die Autobatterien. Nehmen wir mal 12 TWh und 30 kWh für eine Batterie, dann bräuchten wir 400 Millionen Batterien nur für Deutschland und Österreich.
Auch das scheint nicht realistisch.
Das Arbeitsvolumen deutscher Erdgasspeicher betragen mehr als 200 TWh. Speicherung in Form von Gas scheint die einzig sinnvolle Variante zu sein. Dummerweise geht bei der Umwandlung Strom zu Gas und zurück das meiste verloren. Was das für Konsequenzen ein andermal.

Weibull?

Weibull ist keine texanische Sorte von Bullen sondern eine Verteilungsfunktion, die nach einem Herrn Weibull benannt ist.
Die Häufigkeit von Windgeschwindigkeiten folgt normalerweise einer Weibull-Funktion.
Auch die Leistung von Windparks sollte einen ähnlichen Verlauf haben.
Auf der Webseite der europäischen Übertragungsnetzbetreiber kann man sich die eingespeiste Windenergie in Viertelstundenschritten herunterladen. Mit Excel lassen sich dann leicht Histogramme erstellen.
Hier das Histogramm für den onshore Windstrom 2017:

Das Diagramm sieht aus, wie man es erwartet. Totale Flaute ist selten, aber am häufigsten gibt es kleine Windstärken. Grosse Windstärken kommen eher selten vor.
Wenn man jedoch das Diagramm für offshore Wind erstellt. Erlebt man eine Uberschraschung:

Die Verteilung sieht ganz anders aus.
Das kann verschiedene Ursachen haben.
1. die Daten sind falsch.
2. es wurden zusätzliche Windparks im Laufe des Jahres hinzugebaut. Das Diagramm wäre also eine Überlagerung verschiedener Häufigkeiten.
3. bei niedriegen Windstärken werden Windparks abgestellt z. B. für Wartungsarbeiten.
4. die Windverhältnisse sind auf See anders als auf Land und zwar nicht nur in der Windstärke.

Dieselabgase erniedrigen Krebsrisiko!

Das hört sich erstmal verrückt an. Aber alle Menschen sterben irgendwann. Die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu sterben, steigt mit dem Alter. Wer bereits früh an etwas anderem gestorben ist, kann keinen Krebs mehr bekommen.
Wenn man Statistiken liest über Todesursachen, sollte man lieber zweimal nachdenken, was die Aussage eigentlich wirklich bedeutet.