Und nun? (2)

Als man sich im Jahre 2012 überlegte, ob den Müll aus der Asse holt oder dort lässt, sprachen 4 von 5 Kriterien dafür, ihn dort zu lassen. Das eine Kriterium gab aber den Ausschlag. Es hiess, dass der folgende Fall nicht auszuschliessen sei.
Die Asse läuft voll Wasser und alle radioaktiven Elemente (hauptsächlich die langlebigen wie Uran und Thorium) lösen sich in der Salzlauge. Es gibt tektonische Verschiebungen, wie es sie bei der Entstehung der Asse vor Millionen Jahren gab und die Asse quetscht das ganze Wasser nach oben. Damit würde dann das Grundwasser verseucht und eine erhebliche Strahlenbelastung der Bevölkerung erzeugt. Wegen Zeitnot (das Gesetz sollte beschlossen werden) konnten keine weiteren Untersuchungen gemacht werden. Die Strahlenschutzkommission hat das Öko-Institut beauftragt, das Szenario noch mal zu untersuchen. Das Öko-Institut hat festgestellt, dass die vorherigen Gutachter gravierende Fehler gemacht haben. Die Annahme, dass sich die radioaktiven Elemente vollständig in Salzwasser lösen, ist unphysikalisch. Viele Verbindungen sind gar nicht oder nur gering wasserlöslich. Aus den neuen Berechnungen ergeben sich Strahlenbelastungen, die um den Faktor 10’000 kleiner sind und Grössenordnungen kleiner als die natürliche Strahlenbelastung sind.
Bei der Rückholung entstehen Strahlenbelastungen für die beteiligten Menschen. Das Gesetz sieht sogar vor, dass Grenzwerte überschritten werden dürfen.
Jetzt könnte man meinen, dass jetzt alles gut ist und man das Zeug einfach da unten lässt. Aber genau das lässt das Gesetz nicht zu. Wir haben also einen Vorstoss gegen die Regeln des Strahlenschutzes per Gesetz erzwungen.
Einige Politiker meinten sofort, dass das neue Gutachten keine Änderung bringt. Es stellen sich mir zwei Fragen: 1. Haben die den Bericht gelesen? 2. Haben sie ihn verstanden? Ich vermute die Antwort ist in beiden Fällen nein.

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