Wer Visionen hat,…

Die Bundesregierung hält sich einen wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen und diese veröffentlicht von Zeit zu Zeit, wie wir unsere Welt verändern müssen, wenn wir der Klimakatastrophe entkommen wollen.
Letztes Jahr hat der Beirat wieder eine Studie verfasst und kein Journalist fand es notwendig, darüber zu berichten. (Zu mindestens habe ich nichts gesehen.) Gemäß der Studie sollen ab 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr verkauft werden dürfen. Zwischen 2030 und 2040 wird es spannend, denn dann machen wir folgendes: Der Energietransport sollte durch supraleitende Kabel auch in der Nicht-OECD-Welt optimiert werden. Schwimmende und fliegende erneuerbare Energietechnologien sollten erheblich zur Energieversorgung beitragen, vor allem in Ländern mit begrenzter Fläche für „traditionelle“ erneuerbare Energietechnologien (z. B. Japan). Beispiele hierfür sind Solarplattformen auf Seen und Flugwindkraftanlagen, die auf verschiedenen Höhen durch die Nutzung von Drachen Windenergie produzieren. Straßen sollten zu in sich geschlossenen mobilen Infrastrukturen werden, welche Antriebsenergie bereitstellen und Rollreibung minimieren. Vielversprechend in diesem Rahmen sind super-robuste Oberflächenmaterialien, die regenerativ erzeugten Strom durch elektromagnetische Induktion an Fahrzeuge weitergeben. Weiterhin sollten im Bausektor Materialien wie Beton und Stahl durch klimafreundliche Substanzen wie Holz, Ton und Stein ersetzt werden, unterstützt durch Hightech-Komponenten wie Karbonfasern.
Das Problem mit den Batterien für die Elektro-Autos braucht also gar nicht gelöst werden. Die Straße funktioniert wie ein Induktionsofen. Das Prinzip wurde schon technisch erfolgreich, aber leider nicht kommerziell erfolgreich, beim Transrapid eingesetzt. Die Idee mit den supraleitenden Kabeln hatten wir eigentlich schon vor 30 Jahren beerdigt. Wie man den Strom vom Drachen auf die Erde kriegt, ist mir auch nicht ganz klar.
Aber wer große Ziele hat, braucht eben Visionen. Helmut Schmid hat in diesem Fall ja eher einen Arztbesuch empfohlen.
Das großartige Ergebnis der Studie ist, dass man das Ganze mit einer Erhöhung der Erbschaftssteuer finanzieren kann.
Kommen wir mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Was machen wir bis 2030? Das größte Infrastrukturprojekt Deutschlands. Was das ist? Die Umstellung von H-Gas auf L-Gas? Wie bitte?
Etwa 30% aller Gasverbraucher in Deutschland verfeuern Gas, das aus niederländischen und deutschen Quellen stammt, nämlich L-Gas. Der Rest Europas verfeuert H-Gas aus Norwegen, Russland oder Algerien. Leider geht jetzt das niederländische Gas zu Ende. Etwa 5 Millionen Gasfeuerungen müssen jetzt kontrolliert und umgestellt werden. Da man den Leuten ja nicht einfach das Gas abstellen kann, werden Straße für Straße umgestellt. Das Projekt fing 2015 an und dauert bis 2030.
Das wir nebenbei den Straßenverkehr auf Strom umstellen, halte ich schon für ziemlich sportlich.
Aber die Studie ist von lauter Professoren verfasst und der Leiter schreibt angeblich sogar Enzykliken für den Papst. Kann das Unsinn sein?

Ein Gedanke zu „Wer Visionen hat,…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.