Power to was?

Ich hatte unter «Genug, mehr als genug» geschrieben, dass man einen großen Teil der Windenergie abregeln muss, wenn man das Land zu 100% mit Wind versorgen kann.
Jetzt kann sich überlegen, ob es mit «Power-to-gas» besser ist. Es ist etwas besser, aber nicht viel.
2015 speisten die Windkraftanlagen (WKA) im Bereich des Netzbetreibers 50 Hertz (Ostdeutschland) maximal 13398 MW Strom ein. Wenn man mal an annimmt, dass dies die maximal gebrauchte Leistung ist und diese konstant das ganze Jahr gebraucht würde, müssten 117.4 TWh Strom produziert werden. Erzeugt wurden aber nur 25.7 TWh. Gebraucht würden aber 457% dieses Wertes.
Jetzt wäre die einfache Rechnung, dass man die Anzahl der WKA um diesen Faktor erhöht. Dann erhielten wir jedoch maximal 13398 * 4.57 = 61228 MW. Die Leistung liesse sich aber nicht verbrauchen.
Die einzige brauchbare Lösung scheint «Power-to-gas» zu sein. Der überschüssige Strom wird in Methan verwandelt und dann später in GuD-Kraftwerken wieder zu Strom umgewandelt.
Wenn man die Anzahl der WKA auf 457% erhöht, stellt man aber fest, dass man nur 90.4 TWh bekommt und nicht 117.4 TWh. Der Grund liegt darin, dass beim Power-to-gas-Prozess, 65% des Strom verloren geht (in Wärme umgewandelt wird) und daran sind Naturgesetze schuld, die man nicht ändern kann.
Man muss die Anzahl der WKA auf 672% erhöhen. Statt eines Zubaus von (457 – 100) 357%, muss (672 – 100) 572% zugebaut werden, d.h. das 1.6fache.
Die Ausbeute an Strom fällt auf (457 / 672) 68%, womit die Stromgestehungskosten um ca. 50% steigen.
Zusammengefasst: Wenn ein Land wie Deutschland zu 100% von Windenergie versorgt werden soll, wobei nur der Strombedarf betrachtet wird, muss das 6,5-7fache der mittleren Last an WKA installiert werden und 68% des durch die WKA-Anlagen erzeugten Stromes landet bei Verbraucher.
Man müsste in Deutschland dann ca. 460 GW WKA installieren. Bei 3 MW pro WKA bedeutet dies 150’000 WKA (zurzeit sind es knapp 30’000).
Da man zusätzlich zu den WKA auch die entsprechenden Elektrolyse-Stationen und die GuD-Kraftwerke braucht, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Stromkosten um Faktoren zu nehmen.

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