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Update: Ein Link zu einem Artikel zum gleichen Thema: http://bizzenergytoday.com/die_offshore_sensation_und_ihre_fallstricke

Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der ersten Auktionen für Windkraftanlagen auf See bekanntgegeben. Der größte Teil ging an Anbieter, die auf eine EEG-Förderung verzichten. Bei einigen Journalisten ist eine kleine Euphorie ausgebrochen über die dramatisch gesunkenen Kosten der Windenergie auf See und selbst Kritiker, die Windenergie auf See für zu teuer hielten, werden zu Fans.
Der erste Fehler, der hier gemacht wird, ist, dass von Preisen und die wurden hier angeboten, auf Kosten geschlossen wird. Kosten spielen manchmal eine untergeordnete Rolle bei der Preisbestimmung.
Interessant war die Aussage eines Anbieters, dass er 2021 entscheiden wird, ob er die Anlagen bauen wird.
Man kann über die Hintergründe nur spekulieren. Zuerst aber die Tatsachen. Die jetzt vergebenen Anlagen gehen 2025 ans Netz. Das bedeutet, dass die Bauarbeiten frühestens 2023, also in 6 Jahren beginnen. Was bedeutet es, wenn die Anbieter sich entscheiden, die Anlagen nicht zu bauen? Im EEG findet man nichts zu Windenergie auf See. Es gibt dafür ein eigenes Gesetz: Gesetz zur Entwicklung und Förderung der Windenergie auf See (WindSeeG). Die Anbieter müssen eine Sicherheit leisten von 200 Euro pro kW zu installierender Leistung, bei 800 MW sind dies 160 Mio. Euro. Dies hört sich viel an, ist aber wohl nur in der Größenordnung von 5% der Investitionssumme. Wenn die Anlagen nicht gebaut werden, verfallen die Sicherheiten zur Strafe. Das ist ein einfach zu kalkulierendes Risiko.
Die Anbieter wollten sichergehen, dass sie den Zuschlag bekommen und waren bereit, das Risiko einzugehen.
Da sie ja keine Förderung aus dem EEG-Gesetz (bzw. WindSeeG) bekommen, müssen sie mit den Einnahmen aus dem Strommarkt auskommen. Zurzeit ist der Strompreis bei ca. 30-35 Euro pro MWh. Dies reicht auf keinen Fall. Die Anbieter machen also Annahmen, wie sich der Strompreis an der Börse in den nächsten Jahren entwickeln wird. Bis zur Investitionsentscheidung gehen die letzten Kernkraftwerke vom Netz und es werden einige Braunkohle- und Steinkohlekraftwerke geschlossen. Damit kommen mehr Gaskraftwerke zum Einsatz und der Strompreis könnte sich durchaus verdoppeln.
Ein anderer Aspekt könnte sein, dass sowohl die dänische DONG Energy als auch die deutsche EnBW sich faktisch in Staatsbesitz bzw. unter Staatskontrolle befinden und daher wirtschaftliche Erwägungen hinter politischen Entscheidungen zurückstehen müssen.

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