O sole mio…

Wie wäre es, wenn ich mein Gewissen beruhige und auf Ökostrom umsteige. Es sollen natürlich regionale Produkte sein und Windturbinen und Solaranlagen haben wir hier ja genug.
Also suchen wir nach einem Ökostromanbieter. Die Chefin von ENTEGA hatte einen Gastbeitrag in der Presse. Auf der Webseite sieht man schöne Bilder mit Blumenwiesen und Windturbinen. Haben sie auch Solarstrom? Nach etwas Suchen kommt die Enttäuschung: 100% Wasserkraft. Wo gibt es hier regionale Wasserkraft. Die gibt es hier im Flachen nicht.
Wie sieht es bei Greenpeace Energy aus? Immerhin 12% Windstrom, aber 0% Solarstrom und 88% Wasserkraft.
Vielleicht ist Lichtblick ein Lichtblick. Aber auch hier gibt es nur 100% Wasserkraft.
Naturstrom hört sich gut an. Immerhin gibt es hier 13.3% Windstrom, aber nur minimale 0.9% Solarstrom. 55.1% sind aus Wasserkraft. Die restlichen 30.7% sind EEG-Strom. Was ist das? Eine neue Energiequelle oder werden dahinter Biogasanlagen versteckt, die ja nicht mehr so sehr positiv dastehen?
Wie sieht es bei den Vorzeige-Rebellen aus dem Schwarzwald aus (EWS Schöönau). Es gibt 100% Wasserkraft und Wind, aber keinen Solarstrom. Wieviel von den 100% Wind ist, finde ich nirgends. Ein Beispiel für Transparenz ist das nicht gerade.
Die Wasserkraft macht in Deutschland nur 3.5% (2016) der Stromerzeugung aus. Wenn jetzt alle Ökostrom wollen, wo soll der dann herkommen, wenn die Ökostromanbieter keinen Solarstrom oder Windstrom anbieten?
Wenn ich regionalen Wind- und Solarstrom haben will, muss ich also bei der EWE bleiben.
Wenn man von Physik überhaupt keine Ahnung hat, dann könnte man auf die Idee kommen, dass der Windstrom nach Österreich transportiert wird und der österreichische Wasserkraftstrom zu uns kommt, falls ich bei einem Ökostromanbieter einkaufe. Das ist natürlich Unsinn. Der Energiefluss folgt ja nicht dem Geldfluss.

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