Elektrische Geschwindigkeitsbeschränkung

Ich habe zwar immer noch grosse Bedenken bezüglich der Elektroautos, aber einen schönen Nebeneffekt die Elektroautos doch.
Der Speicher wird wohl immer ein Problem bleiben und damit ist die Reichweite eingeschränkt.
Ein Auto, dass bei 80 km/h eine Reichweite von 240 km hat, kommt bei 130 km/h nur noch 100 km weit.
Damit hat das Rasen auf der Autobahn wohl ein Ende.
Dabei kommt mir der Ausspruch eines CDU-Politkers in den Sinn, den ich Anfang der 90er Jahre zufällig im Radio hörte:
„Mit 100 km/h auf der Landstrasse schaffen wir den Aufschwung im Osten nie.“

Wo fahren sie denn…

Es will keiner Elektroautos kaufen, aber die Industrie glaubt noch daran, einen Markt kreieren zu können. E-Autos werden wohl noch lange teurer sein und eine geringere Reichweit haben. Man muss also einen anderen Weg finden, dass die Leute E-Autos kaufen. Die neueste Idee ist, dass E-Auto Prestigeobjekte werden. Bei Prestigeobjekten spielt das Geld bekanntlich nur für den Verkäufer eine Rolle.
Aus der Zeitschrift für Kommunalwirtschaft:
Thomas Ketzler, Energieexperte beim Beratungsunternehmen PWC, hält es für realistisch, dass 2030 mindestens sechs Millionen „Stromer“ in Deutschland fahren und an den privaten Steckdosen sowie Hunderttausenden Ladesäulen betankt werden. Die dafür benötigten Anschlusswerte sind – rein rechnerisch – gigantisch: bei einer Million PKW kommen 37 GW zusammen, 2030 könnten im Extremfall sogar 429 GW in der letzten Meile anfallen, darunter allein in Berlin 21,5 GW, rechnet Ketzler vor. Zugleich betrage die Speicherkapazität dann bis zu 143 GWh. Zum Vergleich: gegenwärtig ist das Berliner Niederspannungsnetz für 1,5 GW ausgelegt… (https://www.zfk.de/mobilitaet/artikel/e-mobilitaet-als-neues-kommunales-geschaeftsfeld.html)
Die Investitionen sind natürlich auch gigantisch und hier wittern Stadtwerke, regionale Versorger und ihre Zulieferer ein gigantisches Geschäft.
Nach Ansicht von Dr. Norbert Menke, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft, ergeben sich daraus neue und attraktive Geschäftsfelder für kommunale Versorgungsunternehmen,…
Wer und womit die geforderten 429 GW jeden Tag zuverlässig erzeugt werden sollen, dazu findet man keine Meldung.

Klimaschutzplan (1)

Dubai hat den Baubeginn für ein 2400 MW steinkohlegefeuertes Kraftwerk bestätigt. Dubai besitzt selber keine Kohle. Die Kohle wird mit Schiffen aus Australien oder Südafrika herangeschafft.
Im Rahmen seines Klimaschutzplanes für 2050 hat Dubai folgende Anteile an der Stromerzeugung geplant:
25% Fotovoltaik
7% Kernenergie
7% Kohle
61% Gas.
Das sieht realistischer aus als der deutsche Plan, aber ist natürlich nicht ohne CO2-Ausstoss.

Planlos…

In unserer Regionalpresse war heute ein Interview des Vorstandes unseres Regionalversorgers EWE.
Der im Gebiet der EWE erzeugte Strom aus Windturbinen überschreitet den Verbrauch um bis zu 75%. Da mehr Strom nicht mehr abtransportiert werden kann, soll der Ausbau der Windenergie in diesem Bereich gedrosselt werden. EWE hält das für einen Skandal. Es sei ja nicht ihre Schuld, dass niemand den Strom nutzen kann. Für mich ist das ein typisches Beispiel, wenn es keine zentrale Planung gibt und stattdessen Erzeugung subventioniert wird. Es wird daraus ein Anspruch auf Subvention und damit Gewinn abgeleitet, obwohl kein Nutzen entsteht.
Ausserdem will EWE aus der konventionellen Stromerzeugung aussteigen. Das ist der einzige Bereich, in dem es eine harte Konkurrenz gibt. Lieber tummelt man sich im Bereich der Subventionen und festgelegten Renditen (Netzbetrieb).

Aufspaltung: die guten und die bösen

Nach der E.ON hat auch die RWE ihr Geschäft aufgespalten. Journalisten sehen es so, dass die Firma in den zukunftsträchtigen Teil mit den Erneuerbaren Energien und den zum Absterben verurteilten Teil mit der konventionellen Stromerzeugung aufgeteilt wird.
Man kann es auch anders sehen.
Man schaue sich mal die Kosten der Stromerzeugung und deren Erstattung an. Strom muss erzeugt und verteilt werden. Für die Verteilung ermittelt die Bundesnetzagentur die Kosten der Stromverteiler und bestimmt daraus die Netzentgelte, die auch eine kleine Rendite enthalten. Dieses Geschäft ermöglicht zwar keine grossen Gewinne, dafür gibt es auch praktisch kein Risiko. Das ist so eine Art kostendeckende Vergütung.
Bei der Stromerzeugung gibt es zwei Arten: die Erneuerbaren und die konventionellen. Die Erneuerbaren erhalten auch eine kostendeckende Einspeisevergütung. Kein grosser Gewinn, aber auch kein Risiko.
Die konventionellen Stromerzeuger sind die einzigen, die einem Markt ausgesetzt sind. Da es auf einem Strommarkt immer einen Kapazitätsüberschuss geben muss, tendiert hier der Preis gegen die Grenzkosten. Für sie gilt also: volles Risiko und kaum Chancen auf grosse Gewinne.
Bei der Aufteilung der Geschäfte sind die Geschäfte ohne Risiko alle zufällig in der gleichen Gesellschaft gelandet. Die risikobehafteten, nicht lukrativen Teile landen in der anderen Gesellschaft. Das als zukunftsträchtig bezeichnete Geschäft ist das mit der garantierten Rendite. Mit erneuerbar oder konventionell hat das Ganze wohl doch nicht so viel zu tun.

Wenn der Nachbar den Strom liefert…

Im New Yorker Stadtteil Brooklyn haben Bewohner sich von Stromkonzernen unabhängig gemacht. Sie betreiben ihre eigene Solaranlage und versorgen auch andere Bürger mit Energie.
So beginnt ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung.
Wenn mal im Internet nachliesst, was dahintersteckt, so ist es eine private Handelsplattform mit der sich die Erzeuger gegenseitig den Strom verkaufen. Euphorisch sprechen einige Journalisten bereits davon, dass dies die Energiewelt revolutionieren könnte. Der Strom wird billiger und grüner und die Welt wird gerettet.
Jetzt gibt es neben dem Handel mit Strom auch noch die technische Seite. Die Erzeuger sind natürlich alle an das Netz der Stromfirmen angeschlossen und tauschen virtuell ihre Energien über dieses Stromnetz. Unabhängigkeit würde ich das nun nicht gerade nennen.
In einem Stromnetz gibt es immer Erzeuger und Verbraucher und die erzeugte und verbrauchte Elektrizität muss immer im Gleichgewicht sein. Da die Verbraucher, besonders private Haushalte, nicht steuerbar sind, muss die Erzeugung geregelt werden. Die Sonne lässt sich nun mal nicht regeln. Vor allem an wolkigen Tagen oder nachts funktioniert das System nicht. Was natürlich immer funktioniert, ist der Handel im Internet, auch wenn es eigentlich nichts zu handeln gibt.
Ich habe den Eindruck, dass man dort wieder nur eine weitere Möglichkeit gefunden hat, Geld zu verdienen nach dem Motto: «Ist der Handel noch so klein, bringt er doch mehr als Arbeit ein.»

Raus aus der Kohle…

Die Grünen wollen aus der Kohleverstromung aussteigen.
Jetzt steigen wir ja schon aus der Kernenergie aus. Braunkohle, Steinkohle und Kernenergie lieferten 2015 69% der Stromproduktion.
Die Grünen beziehen sich auf eine Studie der «Agaro Energiewende».
Das ist ein ThinkTank, dessen Mitglieder nicht durch ingenieurwissenschaftliche Kenntnisse verblendet sind. Immerhin sind sie so realistisch, dass sie davon ausgehen, dass es ganz ohne konventionelle Kraftwerke nicht geht. Deshalb sollen bis 2040 20’000 MW Gaskraftwerke installiert werden. Ob es genug Gas dafür gibt, wo man die Standorte für die ca. 30 Kraftwerksblöcke findet, wo die Pipelines gebaut werden sollen und was der Strom dann kostet, das überlässt man lieber anderen.
Im 10-Punkte-Programm der Grünen findet man nichts darüber.
Zwar entsteht bei Gaskraftwerken weniger CO2 als bei Kohlekraftwerken, aber es entsteht weiterhin CO2 (ca. die Hälfte).
Siemens würde als Platzhirsch bei den Aufträgen für die Gaskraftwerke sicher einen guten Anteil erhalten. Als Siemens-Manager würde ich mich für eine grosszügige Spende an die Grünen einsetzen.

To Hinkley or not…

Erst hat EdF beschlossen das Kernkraftwerk Hinkley Point zu bauen. Jetzt sagt die neue Premierministerin das es damit keine Eile hat. (Update: 14.9.2016: Es darf gebaut werden.)
Die Anti-Antikraft-Lobby, die bei der ersten Meldung besorgt war, kann erst mal wieder aufatmen. Für alle, die es noch nicht zigmal gelesen haben, wird berichtet, dass sich die Kraftwerke nicht rechnen. Rechnen wir mal ein bisschen nach.
Die Stromgestehungskosten bei Kernkraftwerken (KKW) werden hauptsächlich durch die Baukosten bestimmt. Die Kosten für den Brennstoff Uran sind dagegen verhältnismässig gering.
Die beiden Blöcke sollen zusammen 22 Milliarden Euro kosten, also etwas weniger als die jährliche EEG-Zulage. Dies scheint überzogen, aber nehmen wir mal die Zahlen.
Das Kraftwerk soll 3400 Megawatt leisten. KkW können 8000 Stunden pro Jahr Strom erzeugen. 8000 Stunden mal 3400 MW ergibt eine jährliche Stromproduktion von 27.2 Millionen Megawattstunden (MWh). EdF hatte mit der Regierung einen Preis von 110 Euro pro MWh ausgehandelt. Dies ist ein Preis und nicht die Stromgestehungskosten. Kritiker wechseln das regelmässig.
Damit erzielt das KKW jährlich Einnahmen von ca. 3.0 Milliarden Euro. Nach etwas mehr als 7 Jahren sind die Baukosten verdient. Da der Strompreis für 35 Jahre garantiert ist, generiert das KKW Einahmen von ca. 105 Milliarden Euro, also während der Betriebsdauer einen Überschuss von 83 Milliarden Euro. Das hört sich nicht wirtschaftlich unsinnig an.
Warum will die Regierung den Handel momentan nicht unterschreiben. Man kan nur vermuten.
Grossbritanniens (GB) Stromversorgung ist kritisch. Für den nächsten Winter beträgt die Reserve angeblich nur 3%.
Der Strompreis ist mit 130 Euro pro MWh eigentlich zu hoch. EdF konnte diesen Preis nur durchsetzen, weil für ebenfalls CO2-freien Windstrom der gleiche Preis gezahlt wird. Aus Kohle bekommt man den Strom erheblich billiger.
GB muss aber in Kürze viele Kohlekraftwerke abschalten, weil sie nicht mit Abgasreinigungen nachgerüstet wurden und daher die Emissionsforderungen der EU nicht einhalten. EU?? Wenn GB aus der EU austritt, sind die Emissionslimite der EU kein Hindernis mehr. Mit der Begründung eines Notstandes könnte man noch für einige Zeit länger Kohle verbrennen und einen niedrigeren Strompreis erzielen. Wie gesagt, nichts genaues weiss man nicht. Alles nur Spekulation.

Warum lacht denn keiner?

Es gibt einen alten Witz, dass wenn man verhindern will, dass eine Entscheidung getroffen wird, man einen Ausschuss bildet und der produziert dann gleichnamigen.
Heute heissen Ausschüsse Kommissionen und eine Kommission hatte man gebildet, um einen Gesetzesvorschlag zu erarbeiten, wie man den atomaren Abfall endlagert. Der Anteil von Fachleuten (Geologen, Physiker etc.) ist sehr klein gehalten worden, weil Fachkenntnis ja bekanntlich zu Betriebsblindheit führt. Jetzt hat die Kommission ihren Bericht abgeliefert und es wurde ein Zeitplan bekannt. Die Suche nach einem geeigneten Ort soll 40 (in Worten: vierzig) Jahre dauern und in etwa 100 (in Worten: hundert) Jahren soll mit der Einlagerung begonnen werden. Das kann doch nur ein Witz sein. Was machen die denn die ganzen Jahre? Kratzen die ein Loch mit Teelöffeln ins Gestein?
Ich sträube mich gegen den Gedanken, dass Menschen noch Nebenabsichten haben.
Das Hauptargument gegen die Nutzung der Kernenergie ist die Frage der Endlagerung. Wenn man die Frage jedoch für mindestens noch 100 Jahre offenlässt, hat man weiterhin dieses Argument, falls sich die Einstellung künftiger Generationen zur Kernenergie ändert.

Warum ich kein Referendum will…

Am britischen Referendum kann man gut darlegen, warum ich kein Anhänger von Referenden bin.
Man könnte vielleicht Referenden durchführen für simple Fragen, wie z. B. soll es eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen geben. Die Frage ist verhältnismässig einfach und hat nicht allzu grosse Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Aber den Riesenaufwand treiben für so eine einfache Frage?
Für komplexe Fragen wie ein EU-Austritt sind Referenden nicht geeignet. Es muss ja jemanden geben, der den Beschluss des Referendums ausführt. In Grossbritannien ist die grosse Mehrheit aller Politiker gegen den EU-Austritt. Sie sollen jetzt eine Entscheidung ausführen, die gegen ihren Willen gefällt wurde und die sie eventuell nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können. Eigentlich müssten jetzt die Politiker zurücktreten und es müssten Neuwahlen stattfinden. Was sollen jetzt die Politiker machen, die den EU-Austritt nicht verantworten können? Sollen sie nicht mehr antreten? Dann wäre es keine Wahl mehr. Sollen sie sagen, dass sie sich nicht an das Referendum gebunden fühlen, wenn sie gewählt werden. Dann hätte es ja gar kein Referendum gebraucht. Die einzige einfache Lösung ist, dass es Neuwahlen gibt und die UKIP gewinnt die absolute Mehrheit. Aber auch dann hätte es das Referendum nicht gebraucht. Dieses Wahlergebnis hätte gereicht.
Aber Demokratie ist doch die Herrschaft des Volkes und das Volk soll entscheiden, wird oft entgegengehalten. Ich halte das für ein Missverständnis von Demokratie. Demokratie ist das Gesellschaftssystem, in dem man die Regierung loswerden kann, ohne zur Waffe zu greifen (Ich glaube, das ist von Sir Karl Popper). Demokratie ist nicht die Diktatur der Mehrheit. In der Schweiz ist dieses in meinen Augen falsche Demokratieverständnis sehr verbreitet. In unserem Dorf gab es einen Rechtsstreit, weil einige Anwohner gegen einen neuen Sportplatz geklagt haben. Die Sache wurde von der Gemeinde bis zum höchsten Gericht gebracht, aber letztendlich verloren. Man kann den Ärger verstehen, weil die klagenden Anwohner von den Plänen wussten, als sie dort gebaut haben. Es wurde im Dorf eine Demonstration veranstaltet und ein Flugblatt an alle Haushalte verteilt. Es hiess darin, dass es in einer Demokratie wie der Schweiz inakzeptabel sei, dass Richter gegen den Willen der Mehrheit entscheiden. Dieses vollkommen irre Verständnis von Demokratie und Rechtsstaat, denn schliesslich könnte man damit auch Lynchjustiz rechtfertigen, erzeugte keinen Widerspruch. Man hätte den Streitfall lieber mit einem Referendum statt mit einem Gerichtsurteil entschieden.
Dieses Verständnis von Demokratie ist auch der Hintergrund, warum die Schweiz kein Verfassungsgericht hat. Man ist der Meinung, dass es das in einer Demokratie nicht braucht. Die Bürger wenden sich dann gleich an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Daraufhin beschweren sich die Rechtspopulisten, dass dieser zu oft Schweizer Fälle entscheidet und vor allem Dingen gegen den Willen des Schweizer Volkes. Dabei kommt ihnen zu Hilfe, das weniger Gebildete glauben, dass dieser Gerichtshof eine EU-Institution sei.